Bewertung 4.0: Simulationen und Optionen

Simulations- bzw. optionsbasierte Bewertung

Gängige Verfahren der Unternehmensbewertung basieren auf Erwartungs- bzw. Mittelwerten von Cashflows sowie risikoangepassten Diskontierungssätzen bzw. Kapitalkosten. Dieses Vorgehen ist für die Mehrheit der Bewertungsfälle und -anlässe zielführend; endet jedoch bei asymmetrischen Zahlungsströmen und bei hoher Unsicherheit regelmäßig in erheblichen Fehlbewertungen. Hierzu zählen Fälle, wie die Bewertung von Wachstumsunternehmen, hochverschuldeten Unternehmen mit hohem Ausfallrisiko und drohender Insolvenz, bedingte Vertragsstrukturen wie Earn Outs, Liquidationspräferenzen, Garantien oder Wandelanleihen, flexiblen Investitions- oder Abbruchoptionen.

Hier werden Bewertungsansätze benötigt, mit deren Hilfe der Bewerter „schiefe“ Verteilungen abbilden, Wahrscheinlichkeiten quantifizieren und asymmetrische Zahlungsströme berücksichtigen kann. Richtig umgesetzt erfüllen Monte-Carlo Simulationen diese Anforderungen. Häufig ist die Lösung des Bewertungsproblems aber auch schon ohne Simulation durch die Anwendung von effizienteren Optionspreismodellen möglich. Zum Einstieg in das Thema empfehlen wir das Kurzvideo von Prof. Dr. Schwetzler: "Is there something wrong with unicorn valuation?"

Seminarziele

Wir diskutieren mit Ihnen mögliche Anwendungsfelder der simulations- bzw. options-basierten Bewertung und vermitteln Ihnen die konzeptionellen Grundlagen. Darauf aufbauend, erarbeiten wir gemeinsam mit Ihnen entlang verschiedener Fallbeispiele praktische Umsetzungen dieser fortgeschrittenen Methoden in einem Excel-basierten Modell. Dieses Modell können Sie nach dem Seminar ohne Einschränkung für Ihre persönlichen Bewertungsfälle nutzen.

Die Ziele in der Übersicht:

  • Verständnis von sinnvollen Anlässen und Anwendungen einer simulations- bzw. options-basierten Bewertung
  • Beherrschen der konzeptionellen Grundlagen von simulations- und optionsbasierten Bewertungsmethoden
  • Erarbeitung fallbezogener Anwendungen in Excel
  • Vermittlung fortgeschrittener Modellierungstechniken in Excel
  • Verständnis der Vorteile und Fallstricke der fortgeschrittenen Bewertungsansätze

Programminhalte

  • Überblick zu Bewertungsfällen und -anlässen: Identifikation von Anwendungsfeldern simulations- bzw. options-basierter Bewertung
  • Konzeptioneller Unterbau: Theoretische Grundlagen verteilungsbasierter Bewertungsmethoden und ihre Verbindung zu konventioneller Bewertung
  • Anwendungsfeld 1: Earn-Out-Klauseln in Kaufverträgen
  • Anwendungsfeld 2: Unternehmen mit hohen Ausfallrisiken und Insolvenzkosten
  • Anwendungsfeld 3: Cashflow-Rechte/Liquidationspräferenzen bei Eigenkapitalinstrumenten in Startups
  • Zusammenfassende Diskussion von Vorteilen und Fallstricken

Teilnehmer

Maximal 12 Teilnehmer pro Seminar

Zeiten

2 Tage, jeweils 9 – 18 Uhr

Veranstaltungsorte

Frankfurt am Main und München (Details zum Veranstaltungsort finden Sie hier)

Zielgruppe

  • Spezialisten und Führungskräfte aus M&A und Corporate Finance Abteilungen
  • Finanzierungs- und Investmentverantwortliche aus Venture Capital oder Private Equity Gesellschaften
  • Transaktions- und Corporate Finance-Berater
  • Wirtschaftsprüfer und Bewertungsgutachter

Referenten

Das Seminar wird von den folgenden zwei Referenten durchgeführt:

Prof. Dr. Bernhard Schwetzler

Lehrstuhlinhaber für Finanzmanagement an der Handelshochschule Leipzig (HHL)

Maximilian Schreiter

Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Finanzmanagement an der Handelshochschule Leipzig (HHL)